Kaltplasma ist eine der innovativsten Methoden in der modernen Wundversorgung. Es tötet Bakterien – auch multiresistente Keime wie MRSA –, fördert die Gewebeneubildung und ist dabei völlig schmerzfrei. Kein Medikament, keine Nebenwirkungen, keine Resistenzbildung.
In diesem Ratgeber erklären wir, was Kaltplasma ist, wie es bei chronischen Wunden wirkt und für wen die Behandlung geeignet ist.
Was ist Kaltplasma?
Plasma wird oft als der „vierte Aggregatzustand" bezeichnet – neben fest, flüssig und gasförmig. Es entsteht, wenn Gas (in der Regel Umgebungsluft) durch Energie so stark angeregt wird, dass die Gasmoleküle in ihre Bestandteile zerfallen: Ionen, Elektronen und reaktive Teilchen.
Das Besondere am Kaltplasma (kaltes atmosphärisches Plasma):
- Es wird bei Raumtemperatur erzeugt – daher „kalt". Die Behandlung ist nicht heiß und nicht schmerzhaft
- Es entsteht direkt am Behandlungsgerät aus normaler Umgebungsluft – keine speziellen Gase nötig
- Es erzeugt einen Cocktail aus reaktiven Teilchen (Stickstoffmonoxid, Ozon, Sauerstoffradikale), die gezielt auf die Wunde wirken
- Es ist ein zugelassenes Medizinprodukt – kein Experiment, sondern eine anerkannte Behandlungsmethode
Einfach gesagt: Ein kleines Gerät wird über die Wunde gehalten und erzeugt ein unsichtbares, kühles Plasma – wie ein sanfter Hauch, der Keime abtötet und die Heilung anregt.
Wie wirkt Kaltplasma bei Wunden?
Kaltplasma hat gleich mehrere Wirkungen, die sich bei der Wundbehandlung ergänzen:
1. Keimabtötung (antimikrobielle Wirkung)
- Tötet Bakterien, Viren und Pilze innerhalb von Sekunden ab
- Wirkt auch gegen multiresistente Keime (MRSA, VRE, ESBL) – dort, wo Antibiotika versagen
- Durchdringt auch Biofilme – hartnäckige Beläge, hinter denen sich Bakterien verstecken
- Keine Resistenzbildung: Im Gegensatz zu Antibiotika können Keime keine Resistenz gegen Plasma entwickeln
2. Heilungsförderung
- Regt die Zellteilung und Zellwanderung an – neue Hautzellen wachsen schneller
- Fördert die Durchblutung im Wundgebiet
- Stimuliert die Bildung von Wachstumsfaktoren
- Unterstützt die Kollagenbildung – wichtig für stabiles neues Gewebe
3. Entzündungshemmung
- Reduziert entzündliche Prozesse in der Wunde
- Kann Schmerzen lindern – viele Patient*innen berichten von weniger Wundschmerz nach der Behandlung
- Verbessert das Wundmilieu – die Wunde kommt aus der Stagnation in die Heilungsphase
Bei welchen Wunden wird Kaltplasma eingesetzt?
Kaltplasma eignet sich besonders für chronische Wunden, die trotz guter Versorgung nicht heilen wollen:
| Wundart | Warum hilft Kaltplasma? |
|---|---|
| Offenes Bein (Ulcus cruris) | Chronisch besiedelte Wunden profitieren von der Keimreduktion und Heilungsförderung |
| Diabetischer Fuß | Infektionsgefahr ist hoch, Durchblutung oft eingeschränkt – Plasma bekämpft Keime ohne zusätzliche Belastung |
| Dekubitus (Druckgeschwür) | Unterstützt die Heilung bei Wunden, die durch Druck und mangelnde Durchblutung entstanden sind |
| MRSA-besiedelte Wunden | Kaltplasma wirkt auch dort, wo Antibiotika nicht mehr helfen |
| Stagnierende Wunden | Wunden, die trotz optimaler Versorgung „feststecken“ – Plasma kann den Heilungsprozess neu anschieben |
| Postoperative Wundheilungsstörungen | Nach Operationen, bei denen die Naht nicht heilt oder sich infiziert |
Ihre Wunde heilt nicht? Kaltplasma kann helfen.
Bei WundSTARK® setzen wir Kaltplasma als Teil unserer modernen Wundversorgung ein. Fragen Sie uns – wir beraten Sie, ob die Behandlung für Ihre Wunde geeignet ist.
Telefon Viersen: 0 21 62 / 36 18 490 | Telefon Mönchengladbach: 0 21 62 / 36 18 4930
So läuft die Kaltplasma-Behandlung ab
Die Behandlung ist unkompliziert und kann problemlos in den regulären Verbandwechsel integriert werden:
Schritt für Schritt
- Verband entfernen und Wunde reinigen – wie beim normalen Verbandwechsel
- Wunde begutachten – Größe, Zustand und Fortschritt dokumentieren
- Kaltplasma-Gerät anwenden: Das Gerät wird direkt auf die Wundoberfläche aufgesetzt. Die Behandlung dauert je nach Wundgröße 1–2 Minuten pro cm²
- Einwirkzeit: Die reaktiven Teilchen wirken noch einige Minuten nach
- Wundauflage anlegen – die normale Wundversorgung wird fortgeführt
Was spürt man dabei?
- Kein Schmerz: Die meisten Patient*innen spüren nur ein leichtes Kribbeln oder Wärme
- Kein Geruch: Gelegentlich ein leichter Ozon-Geruch – wie nach einem Gewitter
- Keine Betäubung nötig: Die Behandlung ist so schonend, dass keine Schmerzmedikation erforderlich ist
Wie oft wird behandelt?
In der Regel wird Kaltplasma 2–3 Mal pro Woche im Rahmen des Verbandwechsels angewendet – über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Erste Verbesserungen zeigen sich oft schon nach wenigen Behandlungen.
Kaltplasma im Vergleich: Was macht es besonders?
| Eigenschaft | Kaltplasma | Antibiotika | Antiseptika (Spülungen) |
|---|---|---|---|
| Wirkt gegen MRSA | ✅ Ja | ❌ Oft nicht mehr | ✅ Teilweise |
| Durchdringt Biofilme | ✅ Ja | ❌ Schlecht | ❌ Schlecht |
| Resistenzbildung möglich | ❌ Nein | ✅ Ja (großes Problem) | ❌ Sehr selten |
| Fördert Heilung | ✅ Ja (aktiv) | ❌ Nein (nur Keime) | ❌ Nein (nur Keime) |
| Nebenwirkungen | Keine bekannten | Möglich (Magen, Allergie) | Selten Hautreizung |
| Schmerzfrei | ✅ Ja | ✅ (Tabletten/Infusion) | Kann brennen |
Wichtig: Kaltplasma ersetzt keine ursächliche Behandlung. Bei einem offenen Bein braucht es weiterhin Kompressionstherapie. Beim diabetischen Fuß bleibt die Blutzuckereinstellung entscheidend. Kaltplasma ist ein wertvolles Zusatzwerkzeug im Gesamtkonzept.
Ist Kaltplasma sicher?
Kaltplasma-Geräte für die Wundbehandlung sind zugelassene Medizinprodukte (CE-Kennzeichnung, Klasse IIa). Die Sicherheit wurde in zahlreichen klinischen Studien bestätigt:
- Keine bekannten Nebenwirkungen bei sachgerechter Anwendung
- Keine Gewebeschädigung: Das Plasma wirkt gezielt auf Keime und Zelloberflächen, ohne gesundes Gewebe zu zerstören
- Kein UV-Risiko: Moderne Geräte erzeugen kein relevantes UV-Licht
- Keine systemische Belastung: Die Wirkung ist rein lokal – der Körper wird nicht belastet
Wann sollte Kaltplasma nicht eingesetzt werden?
- Bei Patient*innen mit Herzschrittmacher oder anderen elektronischen Implantaten (je nach Gerätetyp – ärztliche Rücksprache erforderlich)
- In der Nähe von entzündlichen Metallimplantaten
- Bei unklaren Wunden, die erst diagnostisch abgeklärt werden müssen (z. B. Tumorverdacht)
Kaltplasma und Ernährung: Die Heilung unterstützen
Kaltplasma kann die Heilung beschleunigen – aber der Körper braucht die richtigen Bausteine, um neues Gewebe aufzubauen:
- Eiweiß: Für neue Hautzellen und Kollagen
- Zink: Unterstützt die Zellteilung
- Vitamin C: Fördert die Kollagenbildung
- Ausreichend trinken: Dehydrierung bremst jede Heilung
→ Ausführliche Tipps: Wundheilung und Ernährung – welche Nährstoffe Ihre Wunde braucht
Bezahlt die Krankenkasse Kaltplasma?
Die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist aktuell noch nicht geregelt. Hersteller von Kaltplasmageräten haben große Studien laufen, die die Wirksamkeit bereits belegt. Dies reicht den gesetzlichen Krankenkassen aktuell aber noch nicht aus.
Die Situation:
- Kaltplasma ist ein zugelassenes Medizinprodukt, aber noch nicht im Leistungskatalog der Kassen gelistet
- In den seltensten Fällen übernehmen einzelne Kassen die Kosten im Rahmen von Einzelfallentscheidungen oder Selektivverträgen
- Bei WundSTARK® beraten wir Sie, welche Möglichkeiten es für Ihre Versorgung gibt
- Die übrige Wundversorgung (Verbandmaterial, Besuche, Hilfsmittel) ist weiterhin auf Rezept erhältlich
Häufige Fragen (FAQ)
Tut die Kaltplasma-Behandlung weh?
Nein. Die allermeisten Patient*innen empfinden die Behandlung als angenehm – ein leichtes Kribbeln oder ein warmer Hauch auf der Haut. Keine Betäubung nötig, kein Brennen, kein Stechen.
Wie schnell sieht man Ergebnisse?
Erste Verbesserungen (weniger Belag, bessere Wundfarbe, Rückgang der Keimbesiedlung) zeigen sich oft schon nach 2–4 Behandlungen. Die vollständige Heilung hängt von der Wundgröße und den Grunderkrankungen ab.
Kann Kaltplasma Antibiotika ersetzen?
Bei lokalen Wundinfektionen kann Kaltplasma Antibiotika oft überflüssig machen – gerade bei resistenten Keimen. Bei systemischen Infektionen (Fieber, Sepsis) sind Antibiotika weiterhin unverzichtbar. Kaltplasma wirkt lokal, nicht im ganzen Körper.
Ist Kaltplasma das Gleiche wie Laser?
Nein. Laser arbeitet mit gebündeltem Licht und erzeugt Hitze. Kaltplasma arbeitet mit ionisierter Luft bei Raumtemperatur – ein völlig anderes physikalisches Prinzip. Kaltplasma ist schonender und hat ein breiteres Wirkspektrum (Keimabtötung + Heilungsförderung).
Kann ich Kaltplasma zu Hause anwenden?
Medizinische Kaltplasma-Geräte dürfen nur von geschultem Fachpersonal angewendet werden. Es gibt zwar kosmetische Plasma-Geräte für den Heimgebrauch, diese sind aber nicht für die Wundbehandlung geeignet und nicht vergleichbar. Die Behandlung gehört in Profihände.
Hilft Kaltplasma auch bei meiner Wunde?
Das hängt von der Art und Ursache Ihrer Wunde ab. Am besten lassen Sie sich persönlich beraten. Bei WundSTARK® beurteilen wir, ob Kaltplasma für Ihre Situation sinnvoll ist – und welche weiteren Maßnahmen nötig sind. Denn die beste Behandlung ist immer ein Gesamtkonzept: Ursache behandeln + Wunde versorgen + Heilung fördern.
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