Wunde heilt nicht – was tun?

Eine Wunde, die nach mehreren Wochen nicht heilt, kann ein Zeichen für eine Wundheilungsstörung sein. Häufige Ursachen sind Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus, Infektionen oder eine ungeeignete Wundversorgung. Ab einer Heilungsdauer von sechs bis acht Wochen ohne deutliche Besserung spricht man von einer chronischen Wunde – dann sollte ein spezialisiertes Wundzentrum hinzugezogen werden.

Warum heilt meine Wunde nicht? Die häufigsten Ursachen

Wenn eine Wunde nicht heilt, liegt das selten am Zufall. Meist steckt eine oder mehrere der folgenden Ursachen dahinter:

Durchblutungsstörungen

Die häufigste Ursache für schlecht heilende Wunden. Wenn das Blut nicht ausreichend in das betroffene Gewebe gelangt, fehlen Sauerstoff und Nährstoffe, die der Körper zur Heilung braucht. Betroffen sind vor allem:

  • Venöse Insuffizienz – das Blut staut sich in den Beinen, die Haut wird dünn und verletzlich. Typisch: das sogenannte „offene Bein" (Ulcus cruris venosum) am Unterschenkel.
  • Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) – die Arterien sind verengt, das Gewebe wird unterversorgt. Wunden entstehen häufig an Füßen und Zehen.

Diabetes mellitus

Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen auf Dauer Nerven und Blutgefäße. Betroffene bemerken kleine Verletzungen am Fuß oft gar nicht – und wenn die Wunde dann auffällt, ist sie häufig schon tief und schwer zu behandeln. Das diabetische Fußsyndrom ist eine der häufigsten Folgen.

Infektionen

Bakterien können eine Wunde besiedeln und die Heilung massiv verzögern. Anzeichen für eine infizierte Wunde sind:

  • Zunehmende Rötung und Schwellung um die Wunde
  • Überwärmung und Schmerzen
  • Eitriges oder übel riechendes Wundsekret
  • Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl

Falsche oder fehlende Wundversorgung

Viele Menschen behandeln Wunden zu Hause mit veralteten Methoden: Wunde austrocknen lassen, Pflaster drauf, hoffen. Dabei wissen wir heute: Wunden heilen besser in einem feucht-warmen Milieu mit geeigneten Wundauflagen – nicht unter einer trockenen Kruste.

Weitere Risikofaktoren

  • Medikamente: Kortison, Immunsuppressiva oder Blutverdünner können die Wundheilung beeinflussen
  • Ernährungsmangel: Eiweiß-, Zink- und Vitamin-C-Mangel bremsen die Gewebeneubildung
  • Alter: Mit zunehmendem Alter heilt die Haut langsamer
  • Rauchen: Nikotin verengt die Blutgefäße und verschlechtert die Sauerstoffversorgung
  • Immobilität: Wer sich wenig bewegt, belastet bestimmte Hautstellen dauerhaft – Dekubitus kann die Folge sein

Ab wann ist eine Wunde chronisch?

Von einer chronischen Wunde spricht man in der Regel, wenn sie trotz fachgerechter Behandlung innerhalb von sechs bis acht Wochen keine deutliche Heilungstendenz zeigt. Doch Vorsicht: Auch eine Wunde, die kürzer besteht, kann chronisch sein – entscheidend ist nicht nur die Zeit, sondern auch die Ursache.

Typische chronische Wundarten:

5 Warnsignale: Wann Sie zum Wundexperten gehen sollten

Nicht jede kleine Verletzung braucht ein Wundzentrum. Aber bei diesen Zeichen sollten Sie handeln:

  1. Die Wunde besteht seit mehr als drei bis vier Wochen und zeigt keine Besserung
  2. Die Wunde wird größer statt kleiner – ein klares Alarmsignal
  3. Starke Schmerzen, Rötung oder übel riechender Ausfluss deuten auf eine Infektion hin
  4. Sie haben Diabetes, Durchblutungsstörungen oder nehmen Kortison – dann ist das Risiko für Wundheilungsstörungen erhöht
  5. Ihr Hausarzt kommt mit der Behandlung nicht weiter – dann ist spezialisierte Wundversorgung im Wundzentrum gefragt

Ihre Wunde heilt nicht?

Lassen Sie sich von unseren Wundexpert*innen beraten. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Situation – in unseren Wundzentren in Viersen und Mönchengladbach.

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Telefon Viersen: 0 21 62 / 36 18 490 | Telefon Mönchengladbach: 0 21 62 / 36 18 4930

Was passiert in einem Wundzentrum?

In einem spezialisierten Wundzentrum wie WundSTARK® beginnt die Behandlung mit einer gründlichen Ursachenklärung. Denn erst wenn klar ist, warum eine Wunde nicht heilt, kann sie gezielt behandelt werden.

Der typische Ablauf bei WundSTARK®:

1. Erstvorstellung & Anamnese
Wir nehmen uns Zeit: Begutachtung der Wunde, Erfassung der Krankengeschichte, Medikamentenliste und Lebenssituation. Fotodokumentation zum Vergleich des Heilungsverlaufs.

2. Individueller Therapieplan
Basierend auf der Ursache erstellen wir einen strukturierten Versorgungsplan – in enger Abstimmung mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Dazu gehören:

  • Auswahl geeigneter moderner Wundauflagen (feuchte Wundversorgung)
  • Kompressionstherapie bei venösen Ursachen
  • Druckentlastung bei Fußwunden
  • Schmerz- und Infektionsmanagement

3. Regelmäßige Kontrollen
Wunden brauchen Beobachtung. Bei uns werden Größe, Tiefe und Zustand der Wunde dokumentiert – und der Therapieplan bei Bedarf angepasst.

4. Schulung & Beratung
Wir erklären Ihnen und Ihren Angehörigen, worauf Sie im Alltag achten können – von der richtigen Hautpflege bis zur Ernährung.

Was Sie selbst tun können

Auch wenn professionelle Hilfe bei chronischen Wunden unerlässlich ist – einige Dinge können Sie selbst beachten:

  • Nicht selbst an der Wunde herumbehandeln – keine Hausmittel wie Honig, Zahnpasta oder Mehl auf offene Wunden
  • Wunde sauber und feucht halten – nicht austrocknen lassen
  • Auf Ernährung achten – eiweißreich essen, ausreichend trinken, ggf. Zink und Vitamin C ergänzen (nach Rücksprache mit dem Arzt)
  • Bewegung – fördert die Durchblutung und damit die Heilung
  • Nicht rauchen – Nikotin ist einer der größten Feinde der Wundheilung
  • Kompressionsstrümpfe tragen, wenn vom Arzt verordnet – auch wenn es unbequem ist

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange darf eine Wunde brauchen, um zu heilen?

Normale Wunden heilen in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen. Wenn nach sechs bis acht Wochen keine deutliche Besserung eintritt, spricht man von einer chronischen Wunde. Schon ab drei bis vier Wochen ohne Fortschritt lohnt sich eine fachärztliche oder wundtherapeutische Beurteilung.

Kann eine chronische Wunde vollständig heilen?

Ja – in vielen Fällen ist eine vollständige Heilung möglich, wenn die Ursache konsequent behandelt wird und die Wundversorgung fachgerecht erfolgt. Die Heilungsdauer hängt von der Art und Größe der Wunde sowie von den Grunderkrankungen ab.

Brauche ich eine Überweisung für ein Wundzentrum?

Für eine Behandlung bei WundSTARK® benötigen Sie eine ärztliche Verordnung. Diese erhalten Sie in der Regel von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Wenn Sie unsicher sind, welche Verordnung nötig ist, beraten wir Sie gerne telefonisch.

Wer übernimmt die Kosten?

Die meisten Leistungen der Wundversorgung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Mit ärztlicher Verordnung fällt nur die gesetzliche Zuzahlung an. Ergänzende Wahlleistungen sind freiwillig und werden transparent besprochen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Wundzentrum und einer Arztpraxis?

Ein Wundzentrum wie WundSTARK® ist auf die Versorgung komplexer und chronischer Wunden spezialisiert. Wir haben mehr Zeit, arbeiten mit spezialisierten Wundtherapeut*innen und setzen modernste Versorgungsmethoden ein. Wir ersetzen nicht Ihren Arzt, sondern ergänzen die ärztliche Behandlung.

Ist eine Wunde, die nässt, schlecht?

Nicht unbedingt. Ein gewisses Maß an Wundflüssigkeit (Exsudat) ist normal und sogar wichtig für die Heilung. Kritisch wird es, wenn das Sekret eitrig, übel riechend oder sehr stark ist – dann sollte die Wunde zeitnah fachlich begutachtet werden.

WundSTARK® – Ihr Wundzentrum am Niederrhein

Moderne Wundversorgung. Menschlich. Leitlinienorientiert.

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